Hallo Falk,
nach dem Wettbewerb ist vor dem Wettbewerb. Und nachdem der erste Wettbewerb ja nun vorbei ist, schicke ich dir mal mein Feedback. Zu aller erst, fand ich die Idee und die Umsetzung super. Das muss erst mal so gesagt werden. Das hat man meiner Meinung nach, noch nicht so oft gesehen. Ein Gründerwettbewerb von Gründern für Gründer. In diesem Umfang und in diesem Rahmen, alles privat von Falk Mahlendorf organisiert. Da ziehe ich meinen Hut…
Was hat mir besonders gefallen?
Da war die ganze Bandbreite an Ideen und Gründerpersönlichkeiten auf der einen Seite. Auf der anderen Seite die Entscheidung, dass das Publikum über die Ideen befindet und keine Jury. Das birgt natürlich immer Gefahren und hat Vor- und Nachteile. In einer Jury sind selten alle Kompetenzen enthalten, die benötigt werden, um alle Ideen beurteilen zu können. In einem großen Publikum ist die Chance natürlich deutlich größer.
Gefallen haben mir auch die Teilnahmevoraussetzungen. Die waren so weit gefasst, dass kaum Ideenträger nicht teilnehmen konnten. Bei anderen Wettbewerben, gerade öffentlich geförderten sieht das oft anders aus. Man darf nicht gegründet haben, man muss schon gegründet haben, man muss mindestens 1-2 Jahre am Markt sein, es muss einen technischen oder anderen Hintergrund haben und so weiter… Das mag oft einen Grund haben, ob der gut ist, sei dahingestellt. Immerhin sind es in der Regel Steuergelder von allen und nicht nur von einer bestimmten Zielgruppe, die da verausgabt werden. Also sollten die Rahmenbedingungen weit gefasst sein.
Ebenfalls hat mir die Art der Präsentationsmöglichkeiten gefallen. Für jeden Gründer ist das Marketing eine enorm wichtige Sache. In jeder Phase der Unternehmensgründung braucht man die nötige Bühne, um seine Adressaten erreichen zu können. Sei es um Investoren, Kunden oder Geschäftspartner zu bekommen. Der Onlineauftritt musste kurz und knackig sein, konnte Bild und Logo enthalten und verlinkte auf die entsprechenden Webseiten mit weiterführenden Informationen. Wer ein Analysetool wie Google Analytics oder andere nutzt, wird bemerkt haben, dass viel Traffic über die Seite MV-Startups kam. Darüber hinaus hatte jede Teilnehmer die Möglichkeit sich bei der Abschlussveranstaltung vor Ort dem geneigten Publikum zu präsentieren. Perfekt!
Eine große Herausforderung bei so einem Event ist die Organisation. Und ich kann nicht klagen. Es war von langer Hand geplant. Die wichtigen Termine waren bekannt und es hatte jeder, egal ob Gründer, Sponsor oder Besucher, die Möglichkeit sich darauf vorzubereiten. Bei der Veranstaltung wurden unberechenbare Dinge wie das Wetter berücksichtigt. Das Zelt war, wie man gesehen hat, absolut notwendig und perfekt für die Ansprüche. Es gab mit Klaus Urban einen sehr guten DJ und mit Andrea Zander eine Moderatorin. Eine kleine Bühne für die Präsentationen und natürlich das Team von Kaufmann und Kirner, welches die Bewertungen organisiert hat. Diese wurden sogar durch den Volljuristen Rene Prosch beaufsichtigt. Für das leibliche Wohl war ebenfalls durch viele Anbieter gesorgt. Es waren sogar Gründer dabei, was natürlich super passte.
Natürlich gibt es immer Verbesserungsmöglichkeiten und ein perfektes Event wird man nie erreichen. Sicher hat jeder auch an verschiedenen Stellen Verbesserungsvorschläge. Ich will meine kurz nennen und vielleicht finden diese Eingang bei der Planung zum nächsten Wettbewerb. Denn dieser sollte zweifelsohne stattfinden.
Für den nächsten Wettbewerb würde ich das Bewertungstool anpassen. Es ist meiner Meinung nach nicht so gut Noten von 1-6 zu vergeben. Ich würde ein System aus dem Sport anwenden und die drei interessantesten Ideen mit den Plätzen 1-3 bewerten. Jeder kann also drei Stimmen abgeben. So wird keine Idee schlecht gemacht und man kann seine(n) persönlichen Favoriten auswählen. Der erste Platz bekommt drei Punkte, der zweite Platz zwei Punkte und der dritte Platz einen Punkt. Am Ende werden die Punkte der Bewerber addiert und man hat eine Tabelle. Beim Voting vor Ort würde ich es ebenso machen. Größere Anhängerschaften einzelner Ideen fallen nicht mehr so stark ins Gewicht, da nicht negativ bewertet werden kann. Perfekt ist das System auch nicht, aber vielleicht eine Überlegung wert.
Der Elevator Pitch eignet sich hervorragend für die Präsentation der Ideen. Wenn man aber davon ausgeht, dass im nächsten Jahr mehr Ideen teilnehmen, was ja Ziel eines solchen Wettbewerbes ist, muss man sich etwas überlegen. Drei Minuten sind pro Idee zu lange. Viele interessierte Besucher kamen erst später oder gingen früher. Wenn man die ursprünglichen 30 Sekunden pro Vortrag wählt, ist man relativ schnell durch. Am Ende kann dann aus allen Ideen zusammen gewählt werden.
Man könnte auch darüber nachdenken, ob Hilfsmittel wie ein Beamer zugelassen werden sollten. Gerade für technologische Gründungen und Ideen ist das reine Wort vielleicht schlecht greifbar und nachteilig bei der Präsentation. Nur eine Idee…
Das schwierigste bei der ganzen Organisation ist die Terminfindung. Wahrscheinlich hat jeder an jedem Tag etwas auszusetzen. Ich persönlich finde den Freitag eher unpraktisch. Die meisten Netzwerkveranstaltungen finden in der Regel Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag statt. Da würde ich auch hin tendieren. Freitag ist irgendwie schon fast Wochenende. Viele sind schon von der Woche k.o. und haben etwas geplant. Ein Donnerstagabend würde sich meiner Meinung nach am meisten anbieten. Aber das ist, wie gesagt, Geschmackssache.
Das war es eigentlich auch schon. Sicher gibt es noch viele positive Aspekte, die mir grade nicht eingefallen sind oder auch Verbesserungsvorschläge. Wer dazu etwas beitragen will, kann es hier gerne tun.
Viele Grüße
Roland





